Kunstwege Pontresina 2011

Wildmandli

Im Schein der ersten Sonnenstrahlen glitzern die Tautropfen an den Gräsern. Ein kurzes Schauspiel am Morgen - vergänglich und eindrücklich.


In meiner Arbeit der Kunstwege Pontresina, habe ich dieses Naturspiel aufgenommen und es mit "Glacépalmen" (Glitzerfolie) umgesetzt. Ich habe ein Bild komponiert und dieses malerisch in die Landschaft gesetzt. Es ist Poesie entstanden.
"Wildmandli" In unserer Mundart sagen wir, wir gehen "uf d'Wildi". Damit meinen wir, auf die Alp gehen. Wir verlassen die zivilisierte Welt. Dort erleben wir die Natur und ihre Phänomene. Nicht alle sind mit unserem logischen Denken erklärbar. Daraus entstehen Geschichten. Im Schein der ersten Sonnenstrahlen glitzern die Tautropfen an den Gräsern, hier und dort, zufällig und unregelmässig. Ein Leuchtspiel, wunderbar. Es erscheint mir ganz und gar zauberhaft. Es glitzert und funkelt im Rhythmus von Wind und von der Kraft der Sonnenstrahlen. Mich fasziniert dieses Naturphänomen und ich habe es zu meiner Arbeit gemacht, ihm eine Gestalt zu geben. Das Wildmandli steht wie ein fremdes Wesen in der Alpwiese. Es ähnelt in seinem Äussern der Küchenschelle -pulsatilla pratensis- oder eben dem Berg- und Wildmandli. Diese Windblume, wie sie auch genannt wird, flattert mit jedem Windhauch und verändert ihre Position ständig. Mit etwas zerzaustem Schopf und verwegen steht das Wildmandli selbstverständlich im alpinen Flor.